Studie: Probiotika senkt Risiko auf Neurodermitis


Neurodermitis scheint zur neuen Volkskrankheit zu werden, denn immer mehr Kinder sind von der Krankheit betroffen. Aktuellen Statistiken zufolge trifft es zwei von zehn Kindern. Aktuelle Studien zeigen aber auch, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Probiotika da Risiko für die Hautkrankheit deutlich senken können. Der Schutz beginnt allerdings schon lange vor der Geburt.

Bei Neurodermitis ist der Juckreiz praktisch 24 Stunden am Tag präsent. Zudem leiden Patienten unter trockener und geröteter Haut. In vielen Fällen sind schon die Kleinsten betroffen. Besonders hoch ist das Risiko für die Kleinen, wenn Neurodermitis in der Familie bereits präsent ist. Mit Nahrungsergänzungsmitteln können die Kleinen aber geschützt werden.

Acht Kinder weniger mit Neurodermitis

Das geht aus aktuellen Studien hervor, in denen Probiotika der Säuglingsnahrung beigemengt wurde bzw. wenn Probiotika während der Schwangerschaft und in Stillzeit verabreicht wurde. Der Studie zufolge brach bei 34 von 10 Babys die Hautkrankheit aus, die keinem probiotischen Nahrungszusatz bekamen.

Erhielten die Babys probiotische Nahrung oder nahmen die Mütter solche Nahrungsergänzungsmittel ein, erkrankten nur 26 von 100 Kindern an Neurodermitis. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass es bei acht Kindern nicht zu der Krankheit kam, weil sie Nahrungsergänzungsprodukte zu sich nahmen. Die meisten Kinder dieser Studie hatten ein erhöhtes Neurodermitis- Risiko.

6500 Kinder untersucht

In der kompletten Studie wurden 6500 Kinder untersucht. Probiotika sind Keime wie Milchsäurebakterien, von denen die Wissenschaftler annehmen, dass sie sich positiv auf die Darmflora auswirken und so spätere Allergien vorbeugen können. Eine weitere Möglichkeit ist die Einnahme von Präbiotika, die unseren Verdauungstrakt anregen sollen, selbst Probiotika zu bilden.

Auch zu diesem Thema gibt es einige Studien, diese Ergebnisse sind aber schwächer als zu Probiotika. In diesem Fall sind aber weitere Studien nötig, weil die Babys kein familiäres Risiko auf Neurodermitis aufwiesen. Zudem lief diese Studie nur 12 Monate. Die Studie zu Probiotika lief hingegen zwei Jahre.

Vier Kinder profitierten

In der Studie erkrankten 12 von 100 Kindern ohne Nahrungsergänzungsmitteln. Erhielten die Babys allerdings den Zusatz erkrankten nur noch acht Kinder von 100. Dies bedeutet, vier Kinder profitierten von den Nahrungsergänzungsprodukten, zumindest theoretisch. Pro- und Präbiotika gibt es in Form von Flüssigkeiten, Tabletten und in Milchprodukten wie Joghurt.

In den Industrieländern leiden etwa 20 Prozent der Kinder und etwa zwei bis drei Prozent der Erwachsenen an dieser chronischen Hauterkrankung. Der unerträgliche Juckreiz treibt Betroffene oft zu Kratzanfällen. Dadurch werden die Beschwerden aber meistens noch viel schlimmer. Eine Heilung gegen Neurodermitis gibt es derzeitig noch nicht, nur einige wenige Therapiemöglichkeiten.

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