Studie: Morgens sind wir ehrlicher als abends


Einer aktuellen Studie zufolge sind Menschen am Morgen ehrlicher als am Abend. Das zeigte ein Experiment mit Studenten. Somit nimmt die Wahrscheinlichkeit ehrlich zu sein, mit jeder Stunde ab. Daher möchten Studenten ihre Prüfungen gern am Nachmittag absolvieren, weil die Prüfer dann müder und milder gestimmt sind.

Nachmittags mehr geschummelt

Anders formuliert könnte man auch sagen, gegen Nachmittag geht den meisten Menschen die Moral flöten. In der Studie führten die US- amerikanischen Wissenschaftler vier Experimente mit Studenten durch. In den Versuchen gab es Geld zu verdienen, je mehr, umso mehr sie schummelten. Bei jedem Experiment worden die Probanden in zwei Gruppen unterteilt. Eine Hälfte wurde morgens und eine Hälfte nachmittags getestet.

Egal welche Aufgabe die Studenten bewältigen mussten, gegen Nachmittag schummelten die Studenten deutlich öfter, als die Studenten die den gleichen Test am Vormittag bewältigen mussten. Zudem führten die Wissenschaftler bei allen Testpersonen einen Wortergänzungstest durch. Dabei mussten die Probanden Gebilde wie „_ _ral“ zu einem sinnvollen Wort ergänzen.

Minset getestet

Die Wissenschaftler testen damit das so genannte „mindset“ der Versuchsperson, also dem Themenkreis, aus dem die meisten Wörter stammen. Sie sagen in diesem Fall etwas darüber aus, ob die Versuchsperson, mit der Möglichkeit zu schummeln, mögliche moralische Bedenken haben könnten.

Je mehr Wörter dem Probanden mit „Moral, Ethik oder Ehrlichkeit spontan einfallen, desto eher kann man dies annehmen. Auch bei diesem Test war das Ergebnis eindeutig. Morgens fielen den Probanden wesentlich mehr Wörter zum Thema Moral ein, als am Nachmittag. Morgens wurde Moral gebildet, am Nachmittag eher Coral, also die Koralle.

Gelegenheit macht Diebe

Wie die Wissenschaftler berichten, hat dieser Effekt mit dem Schwund der Selbstdisziplin zu tun, der sich über den Tag einstelle. Denn die Selbstdisziplin, das haben vorangegangene Studien gezeigt, ist irgendwann erschöpft. Jeder Verlockung, der man im Laufe des Tages widersteht, und jeder Impuls, den man unterdrückt, vermindert unsere Selbstdisziplin.

Daher bleibt zum Ende des Tages nicht mehr viel Selbstdisziplin übrig, selbst bei den Personen, die mit sehr viel Selbstdisziplin gesegnet sind. Auch hier gilt, Gelegenheit macht Diebe. Den Prüfern am Nachmittag kann man es zwar nicht verdenken, aber eine weitere Nachfrage könnte klären, ob der Student den Text wirklich gelesen hat.

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