Studie: Europäische Wälder können bald kein CO2 mehr aufnehmen


Wälder tragen einen großen Teil zum Klimaschutz bei. Doch dies könnte bald Geschichte sein. Eine Studie hat herausgefunden, dass europäische Wälder bald gesättigt sein könnten. Damit die Wälder auch weiterhin zum Klimaschutz beitragen können, muss ihre Bewirtschaftung geändert werden.

Die Wälder in Europa sind bekanntlich ihre grüne Lunge. Doch die Grenzen der Belastbarkeit scheinen erreicht zu sein. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass die Speicherleistung für CO2 in den Wäldern Europas schwinde und in naher Zukunft sogar gesättigt sein könnte.

Wälder haben sich erholt

Den Forschern zufolge können die europäischen Wälder auch weniger Kohlenstoff speichern als in der Vergangenheit. Damit die Wälder weiterhin als CO2- Senken benutzt werden können, müsse ihre Bewirtschaftung geändert werden, so die Wissenschaftler in ihrem aktuellen Bericht, der erstmals in dem Fachjournal „Nature Climate Change“ veröffentlicht wurde.

Bäume nehmen während ihres Wachstums Kohlendioxid auf. Sie speichern es aus der Atmosphäre. Aus diesem Grund sind sie unerlässlich für den Klimaschutz auf der Erde. Bis zum Jahr 1950 wurden die Wälder Europas flächenmäßig durch Abholzung stark dezimiert. Seit den 1950er Jahren haben sich die Waldbestände in Europa erholt und in ihrer Fläche auch leicht zugelegt.

Stammvolumen nimmt ab

Bis zu der Studie waren die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass ihre Leistung das CO2 weiter zu senken, noch Jahrzehnte anhalten dürfte. Nach Auswertung der Studie wurden diese Zahlen von den Fachleuten aber in Frage gestellt. So hat unter anderem der Zuwachs des Stammvolumens zwischen den Jahren 2005 und 2010 stark abgenommen, wodurch die Leistung schwinde CO2 aufzunehmen.

Die Wissenschaftler denken das liegt in erster Linie daran, weil die Wälder älter werden. Außerdem tragen warme Sommer dazu bei, dass die Bäume in den europäischen Wäldern langsamer wachsen. Auch werden Wälder immer öfter zur Landnutzung abgeholzt, wodurch ihre Fläche wieder weiter sinke.

Alte Wälder schützen

Außerdem sind ältere Wälder auch anfälliger für Schäden, wie Sturm, Brände oder Insekten. Dadurch wird dann auch wieder Kohlendioxid von den Bäumen freigesetzt. Um dies umzukehren, muss die Bewirtschaftung der Wälder angepasst werden, so die Wissenschaftler in ihrem Bericht. So sollten weitere Gebiete aufgeforstet und weniger Wald abgeholzt werden.

Wenn Wälder abgeholzt werden sollen, sollten nach Ansicht der Wissenschaftler die Gebiete ausgewählt werden, die besonders anfällig für Schäden sind. Ältere Wälder, die besonders viel Kohlendioxid gespeichert haben, sollten im Gegensatz dazu erhalten und notfalls auch geschützt werden, so die Wissenschaftler zum Abschluss.

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