Erschöpfungs-Syndrom zeigt sich laut Studie auch im Gehirn


Das Gehirn von Menschen mit Chronischem Erschöpfungssyndrom ist einer aktuellen Studie zufolge verändert, haben Wissenschaftler mithilfe der Kernspintomografie und weiterer Methoden bewiesen.

So habe das Gehirn dieser Menschen zum Beispiel weniger weiße Substanz, erklären die Wissenschaftler um Michael Zeineh von der Stanford University. Das Team hatte 15 Patienten und 14 gesunde Testpersonen genauer untersucht.

Weiße Substanz im Gehirn geht zurück

Erstes Ergebnis der aktuellen Untersuchung: Die Gesamtmenge der weißen Substanz im menschlichen Gehirn der Erkrankten war im Vergleich zu Gesunden deutlich verringert. Diese besteht in erster Linie aus Nervenfasern, die Hirnregionen miteinander verbinden, so die Wissenschaftler in ihrem Bericht.

Diese Beobachtung sei nicht ganz unerwartet gekommen, erklärte der Forscher Zeineh nach einer Mitteilung seiner Universität. Bis zum heutigen Tage werde lediglich angenommen, dass das Erschöpfungssyndrom mit einer chronischen Entzündungsreaktion einhergeht. Von solchen sei allerdings wiederum bekannt, dass sie sich auf die weiße Substanz auswirken.

Auffälligkeiten bei Rechtshändern

Das zweite Ergebnis der aktuellen Studie ist jedoch vollkommen überraschend. Mithilfe der sogenannten diffusionsgewichteten Kernspintomografie, bei der die Bewegungen von Wassermolekülen sichtbar werden, fanden die Wissenschaftler spezifische Veränderungen in der rechten Hälfte des Gehirns.

Der Nervenstrang Fasciculus arcuatus, der den Stirnlappen mit dem Schläfenlappen verbindet, zeigte deutliche Auffälligkeiten zumindest bei Rechtshändern. Außerdem gab es eine starke Korrelation zwischen der Stärke der Veränderung und der Schwere der Erkrankung, heißt es in dem aktuellen Bericht weiter.

Krankheit besser erkennen

Was das genau für diese bedeutet, sei allerdings bis jetzt noch unklar. Als dritte Auffälligkeit war die graue Hirnsubstanz an zwei Hirnstellen in der Nähe des rechten Fasciculus arcuatus bei Patienten verdickt, heißt es zum Abschluss der aktuellen Mitteilung

Die aktuelle Untersuchung biete einen Ansatz, um die Krankheit mithilfe bildgebender Verfahren früher und besser zu erkennen, erklären die Forscher. Eine solche Diagnosemöglichkeit sei auch wichtig für viele Patienten, die gerade im Anfangsstadium als so genannte Hypochonder bezeichnet würden. Schätzungen zufolge sind hierzulande ungefähr 300.000 Menschen betroffen.

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