Studie: Dicke Kinder bekommen seltener gute Noten


Nicht alle Kinder werden von ihren Lehrern gleich benotet. Besonders übergewichtige Schüler werden oft schlechter benotet. Zudem spielen auch die Herkunft und der Vorname des Kindes eine große Rolle. Daher fordern Experten die Abschaffung der Schulnoten.

Die Noten in der Schule sollten eigentlich die Leistungen von Schülern messen. Doch nach aktuellen Informationen des „Spiegel“ soll es nicht immer fair zu gehen. So bekommen dicker Kinder seltener gute Noten von ihren Lehrern als schlanke Schüler. Dies soll unabhängig vom sozialen Status der Familie sein.

Pädagogen bewerten oft nicht nach Leistung

Schüler mit einer schönen Handschrift sollen dabei Pluspunkte erhalten, Jungen mit den falschen Vornamen haben es hingegen schwerer. Wie es in dem Bericht weiter heißt, bewerten Pädagogen oft ihre Schüler nicht nach ihren Leistungen.

Eine neue Studie hat zudem bestätigt, bekommen Kinder mit Übergewicht seltener gute Noten. Der Studie zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für einen dicken Schüler in dem Fach Mathematik eine eins oder zwei zu bekommen um mindestens zehn Prozent niedriger als bei schlanken Schülern. Durchgeführt wurde die Studie vom Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung.

Dicke Schüler seltener auf dem Gymnasium

Für ihre Studie verwendeten die Wissenschaftler die Daten des Robert- Koch- Instituts und des Mikrozensus 2009. Konkret stellten die Forscher in der Studie die Frage, wie der BMI von Schülern mit den Schulnoten sowie dem Übertritt auf das Gymnasium zusammenhängt. Auch dieser gelingt übergewichtigen Schülern seltener.

Außerdem weisen übergewichtige Schüler ein geringeres Selbstwertgefühl auf. Die schlechten Schulnoten sind aber auch nicht an dem sozialen Status festzumachen aus denen die Kinder kommen. Wie stark Eltern und Lehrer übergewichtige Kinder benachteiligen konnte die Studie hingegen nicht abschließend klären.

Schulnoten abschaffen

Allerdings war dies nicht die erste Studie dieser Art. Schon öfter haben Studien untersucht, was die Benotung eines Schülers beeinflusst. So kamen Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Schulnote nur zum Teil die Leistung des Schülers entspricht. Zum Beispiel wird auch oft die Herkunft des Schülers mitbenotet. Weitere Faktoren sind, hat der Schüler ausländische Wurzeln und arbeitet er gewissenhaft?

Eine große Rolle spielt auch der Vorname. So trauen Lehrer Schülern mit dem Namen Kevin und Justin weniger zu, als Kinder mit dem Namen Alexander, Maximilian oder Jakob. Zudem werden diese Schüler auch schlechter benotet. Während für Jakob sieben Rechtschreibfehler nicht dramatisch sind, sind sie für Kevin einen Katastrophe. Die ist einer der Gründe warum Experten auf die Abschaffung der Schulnoten drängen.

7 Kommentare
  1. dickpirate@hotmail.com'

    ein erfolgreicher gymnasiast

    30. September 2013 at 11:14

    aber wie soll man ohne noten die versager aussieben?

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  2. Martin.Both@t-online.de'

    Martin Both

    30. September 2013 at 11:32

    Warum sollte die Abschaffung der Schulnoten hier hilfreich sein? Andere Leistungsbeurteilungen in Textform sind nicht objektiver, sondern werden von den gleichen Lehrern erstellt. Eine positive Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist natürlich ein wichtiger Faktor für den Lernerfolg. Dies wird in der Lehrerausbildung immer wieder gepredigt und dazu gibt es reichlich Literatur. Vorurteile gegen Dicke wirken sich natürlich negativ aus, wenn der Lehrer hier nicht bewusst gegen steuert. Das sollte er aber gelernt haben.

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  3. geneafo@web.de'

    Meinereiner

    30. September 2013 at 12:05

    Weshalb die Noten abschaffen?
    Eine anonyme Benotung per Nummer, wie an den Unis auch, wäre doch vollkommen ausreichend.

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  4. ichamcomputer@msn.com'

    issso

    30. September 2013 at 12:23

    …mit mehr Kilo hat Kind maximal eine 3 in Sport – weil „Windhund“-Sport in der Schule in den unteren Klassen gefragt ist. (Aus „alten“ Zeiten stammt der Lehrplan – da wo mann die Kinder noch für den Krieg brauchte)…

    Somit kann „Kind“ mit Kg++ mit Sport 5 nicht zum Abi. (Ausser es meldet sich krank….)

    Schlechte Schrift – ja da kann aus Mathe 1 auch eine 5 werden. Schlechte Schrift und Fehler in der Rechtschreibung = schlechte Mathe Note.

    So ein Lehrer ist auch nur ein Mensch – der schaut sich doch nicht WIRKLICH alle Arbeiten durch.

    Aber dafür Noten weglassen ?

    NIEEEEE !!! Man beisst sich dann besser durchs leben – Schule ist nicht nur Wissensvermittlung!

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  5. weihnachtsmann@nordpool.de'

    Korrelation Kausalität

    30. September 2013 at 12:31

    … oder machen schlechte Noten dick?
    Der statistische Zusammenhang sagt nichts über Ursache und Wirkung…

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  6. chrishaertel@freenet.de'

    Mannwillsjawiessen

    30. September 2013 at 12:34

    Bei einer Mathearbeit wo zum Schluß die erreichten Punkte zusammengezählt werden, zählt nur Leistung nicht die Herkunft. Das Problem ist nicht die Lehrer, sondern der Schüler. Wenn dieser keine Leistung zeigt, lieber Playstation spielt oder Fernsehen schaut, anstatt zu lernen, sind die schlechten Schulnoten das Resultat. Ich kenne Leute die Kevin oder Justin heißen und studieren.

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  7. coue@fjneffe.de'

    Franz Josef Neffe

    30. September 2013 at 22:12

    Viele bleiben als Lehrer in der Schule, weil sie als Schüler damit nicht fertig geworden sind.

    Viele haben auch als Lehrer noch massive Probleme der eigenen Kindheit nicht bewältigt und PROJIZIEREN sie in Kinder, schwächere Kollegen, Eltern …….

    Da ist die Lehrerin, die der 7jährigen Sabrina jeden Tag vor der Klasse sagen muss, dass sie zu dumm für alles sei. Sabrina will schon nicht mehr leben. Der Kinderarzt bestätigt ihr Hochbegabung.
    In einem Ich-kann-Schule-Experiment löst das Mädchen das Problem. Sie denkt ihrer Lehrerin einfach zu, was ihr zum GUTsein fehlte, und die ändert sich binnen kurzem radikal. (Die ganze Geschichte findet sich in den Ich-kann-Geschichten).

    Es geht um viel mehr als Noten und dicke Kinder.

    Wenn man in der Pädagogik langsam aufwacht und ergebnisoffene Selbstreflexion lernt, brauchen viele Probleme nicht weiter durch Förderung der Kinder weiter verschleiert zu werden.

    Ich wünsche uns allen guten Erfolg.

    Franz Josef Neffe

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