Studie: Bei Magersucht kann Psychotherapie helfen


Weight scale with sthetescopeImmer mehr junge Mädchen werden magersüchtig. Bei der schweren und manchmal auch tödlichen Krankheit hilft einer aktuellen Studie zufolge eine Psychotherapie. Bei der Studie konnten 75 Prozent der Testpersonen an Gewicht zulegen, der Effekt hielt auch nach der Therapie weiter an.

In Sendungen wie Germanys next Topmodel wird den jungen Mädchen zelebriert, dass zu schlank schön ist, was natürlich nicht ohne Folgen bleibt. Besonders junge Mädchen werden immer öfter magersüchtig. Diese Krankheit ist nur sehr schwer heilbar. Allerdings hat nun eine aktuelle Studie herausgefunden, dass eine Psychotherapie eine positive Wirkung haben kann.

Bei Magersucht kann in vielen Fällen eine Psychotherapie helfen, das ist das Urteil einer Studie, die an deutschen Universitäten durchgeführt wurde. Die Wissenschaftler haben im Rahmen der Studie erstmals die herkömmlich Psychotherapie mit zwei neuen Verfahren verglichen.

Krankheit mit höchster Sterblichkeitsrate

Bei Magersucht handelt es sich um eine Krankheit mit der höchsten Sterblichkeitsrate: unbehandelt sterben ungefähr fünf von hundert Patienten, in vielen Fällen junge Frauen, innerhalb von 10 Jahren. In der Studie wurden drei unterschiedliche Behandlungsmethoden miteinander verglichen. Die Wissenschaftler untersuchten 242 Frauen, die jeweils in drei unterschiedliche Gruppen aufgeteilt worden.

In dem ersten Verfahren erhielten die Frauen eine intensive Betreuung, bei der der Hausarzt mit anwesend war. Dieser wählte dann einen Spezialisten aus, der seine Patientin behandeln sollte. Die Frauen aus der zweiten Gruppe erhielten eine kognitive Verhaltenstherapie. Sie lernten also spezielle Techniken, um ihr Essverhalten zu normalisieren.

Durchschnittsgewicht von 46,5 Kilogramm

In der dritten Gruppe gingen die Frauen in einer abgewandten Form der Psychoanalyse ihren Konflikten und den emotionalen Auslösern der Magersucht auf den Grund. Alle drei Verfahren laufen unter dem Begriff Psychotherapie. Alle drei Therapien hatten eine Dauer von zehn Monaten. Die Testpersonen wogen im Schnitt 46,5 Kilogramm.

Im Laufe der Studie legten die magersüchtigen Frauen langsam aber stetig an Gewicht zu. Auch die Erholung der Krankheit hielt nach der Therapie bei allen drei Verfahren weiter an. Der Vorteil in der kognitiven und der tiefenanalytischen Methode lag darin, dass die Patienten ambulant behandeln werden konnten.

25 Prozent weiterhin magersüchtig

Doch nicht bei allen Frauen ließ sich eine positive Wirkung der Therapie beobachten. Gut ein Viertel der Testpersonen litten nach Ende der Studie noch immer an einer voll ausgeprägten Magersucht.

Magersucht kann schwere körperliche Folgen haben und zu einem Herzinfarkt führen, wie bei dem 22 Jahre alten Model Luisel Ramos, dass nach einer Modenschau starb, weil sie mehrere Tage nichts gegessen hatte. Seit dem Jahr 2013 ist für Models aber ein Body- Maas- Index von mindestens 18,5 vorgeschrieben.

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