Studie: Auch Fruchtfliegen können Krebs riechen


Im Rahmen einer neuen Studie haben Wissenschaftler aus Italien und Deutschland herausgefunden, dass Fruchtliegen Krebs am Geruch erkennen können. Dabei können die Fruchtfliegen nicht nur gesunde von kranken Zellen unterscheiden, sondern können auch die einzelnen Krebszellen untereinander.

Angeblich sollen einige Krankheiten am Geruch erkannt werden. Besonders Tiere sollen einige Krankheiten am Geruch erkennen. So haben Wissenschaftler in der Vergangenheit herausgefunden, dass zum Beispiel Hunde die Krankheit Krebs an Geruch erkennen können.

Doch nicht nur Hunde sollen dies können, wie Wissenschaftler der Universität Konstanz jetzt berichten. So sollen dies auch Tiere können, die aus der medizinischen und biologischen Forschung nicht mehr wegzudenken sind, nämlich Fruchtfliegen der Gattung Drosophila.

Zusammenarbeit von deutschen und italienischen Wissenschaftlern

In einer Studie nutzen die deutschen Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit italienischen Kollegen der Universität La Sapienza in Rom die Antennen der Fruchtfliegen, an denen Rezeptorneuronen einzelne Duftmoleküle binden und so Neuronen aktivieren.

Die verschiedenen Duftmoleküle der entsprechenden Geruchsproben erzeugen in einem bildgebenden Verfahren, welches durch Wissenschaftler entwickelt wurde, unterschiedliche Muster und aktivierte Neuronen. Dies konnten die Wissenschaftler sichtbar machen, indem sie genetisch veränderte Tiere benutzen, die bei entsprechender Aktivität unter dem Mikroskop fluoreszierte.

Kranke und gesunden Zellen unterscheiden

„Das Neue und Spektakuläre an dem aktuellen Ergebnis ist in erster Linie die Kombination aus einem objektiven, spezifischen und quantifizierbaren Laborergebnis mit der sehr hohen Sensitivität eines natürlichen Lebewesens, die durch künstliche Nasen oder Gaskromatographie nicht erreicht werden kann“, so die Wissenschaftler in ihrem aktuellen Bericht.

In der aktuellen Studie werteten die Wissenschaftler fünf unterschiedliche Brustkrebszellen im Vergleich zu gesunden Zellen aus. Dies führte jeweils zu unterschiedlichen Mustern bei der Neuronen- Aktivität der Fliegen. Dabei konnten die Fliegen nicht nur gesunde von kranken Zellen unterscheiden, sondern auch verschiedene Krebszellen voneinander.

Neues Verfahren für Diagnose von Krebs entwickeln

Die Wissenschaftler sehen in den Studienergebnissen eine entscheidende Grundlagenarbeit bei der Diagnose für Krebs, wie es weiter in dem Bericht der Wissenschaftler heißt.

„Die extrem hohe Sensitivität der natürlichen Duftrezeptoren gepaart mit der Geschwindigkeit, mit der wir diese Testergebnisse gewinnen, könnten es in naher Zukunft ermöglichen, ein sehr günstiges, schnelles und vor allem hocheffizientes Pre-Screening zu entwickeln, das Krebszellen unter Umständen nachweisen kann, lange bevor wir sie in den bisherigen bilddiagnostischen Verfahren sichtbar machen können“, hieß es zum Abschluss.

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