Studie: Armut beeinträchtigt Gesundheit und Sterblichkeit


Menschen die in ärmeren Verhältnissen leben fühlen sich öfter krank, als Menschen mit höheren Einkommen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung in Berlin.

Wer nur über wenige Geld verfügt, wird öfter krank und stirbt außerdem wesentlich früher. Das ist schon seit einigen Jahren durch Studien belegt wurden. Krank werden aber auch die Menschen, die sich arm fühlen.

Menschen in 12 europäischen Ländern befragt

Wie stark dieses subjektive Armutsempfinden die Gesundheit beeinträchtigt, haben mehrere Wissenschaftler des Wissenschaftszentrum in Berlin bei Menschen jenseits der 50 Jahre nachgewiesen.

Die Studie umfasst 12 Länder innerhalb Europas und zeigte ziemlich eindeutig: Ältere Personen, die sich selbst als arm einschätzen, erkranken bis zu 38 Prozent häufiger und erleiden zu 48 Prozent eher einen gesundheitlichen Rückschlag. Auch die Wahrscheinlichkeit, früher den Tod zu finden, ist bei diesen Menschen deutlich höher – bei Männern sogar um 40 Prozent erhöht

Arme Menschen über 50 erkranken öfter

Die Berliner Wissenschaftler unterscheiden in ihrer aktuellen Studie drei Kriterien von Armut: die Armut nach Einkommen, Vermögen und subjektiver Einschätzung. Neben der gefühlten Armut verschlechtert auch die Vermögensarmut den Gesundheitszustand der Testpersonen.

Wer über 50 Jahre alt ist und kaum oder nur wenig Vermögen besitzt, erkrankt in Durchschnitt häufiger und erholt sich nach einer Krankheit auch deutlich langsamer. Das Einkommen macht im Gegensatz dazu nur einen geringen Unterschied, wie gesund oder krank Menschen in der untersuchten Altersgruppe sind.

Armut hat unterschiedliche Ausprägungen

Die aktuelle Studie macht zudem deutlich, dass Armut unterschiedliche Ausprägungen hat. Die deutschen Wissenschaftler stellten nur selten Überschneidungen zwischen den unterschiedlichen Formen von Armut fest: Gerade einmal acht Prozent der Probanden gelten nach allen drei Definitionen (Einkommen, Vermögen, subjektive Einschätzung) als arm.

Die Autoren der neuen Studie empfehlen aus diesem Grund, dass Wissenschaft und Politik zur Messung von Armut nicht nur das Einkommen heranziehen sollten. Es brauche weiter gefasste Armutsdefinitionen, um Altersarmut und ihre Folgen abbilden zu können, erklärten die deutschen Forscher in einer Stellungnahme.

Befragung innerhalb Europas ausgewertet

Für die aktuelle Untersuchung wurde eine repräsentative Befragung der Bevölkerung 50+ innerhalb von Europa ausgewertet. Es wurden außerdem Daten einer Wiederholungsbefragung verwendet, die zwischen den Jahren 2006 und 2012 stattgefunden hat.

Gesundheit wurde dabei an vier unterschiedlichen Faktoren festgemacht: der subjektiven Einschätzung, Krankheitssymptomen, Einschränkungen im täglichen Leben durch Krankheit und der Sterblichkeit.

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