Schneealgen sollen antibiotische Substanzen enthalten


Wissenschaftler aus Deutschland haben blühende Algen auf der Hauptinsel von Spitzbergen entdeckt. Die Algen könnten helfen ein neues starkes Antibiotikum zu entwickeln. Eventuell könnten die Algen auch bei der Bekämpfung von Krebs helfen. Doch bis es soweit ist, ist es noch ein langer und beschwerlicher Weg.

Algen können auch gut für die Gesundheit des Menschen sein. Nun haben deutsche Forscher Schneealgen gefunden, die natürliche Substanzen mit antibiotischer Wirkungsweise herstellen. Den deutschen Forschern zu Folge könnte dies für Medizin von großem Nutzen sein.

Algen werden bereits in der Industrie verwendet

Entdeckt haben die Wissenschaftler die Algen auf der Hauptinsel von Spitzbergens. Hier sind die Gipfel 12 Monate im Jahr weiß, doch zwischen dem Schnee tauchen immer wieder rote Punkte auf, genau diese Algen sorgen während ihre Blütezeit für die Farbgebung im Schnee.

Wissenschaftler haben nun einige dieser neu entdeckten Algen etwas genauer unter die Lupe genommen. So bekamen die Wissenschaftler heraus, dass die Algen Astaxanthin enthalten. Dabei handelt es sich um ein Pigment, welches die Schneealgen über ihr ganzes Leben herstellen. Das ist auch der Grund warum die Algen sich rot färben können. Algen finden außerdem auch schon seit längerer Zeit Anwendung in der Kosmetik.

Algen werden in Potsdam untersucht

Aber auch bei der Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln spielen die Algen in der Zwischenzeit eine große Rolle. Die deutschen Forscher haben auch den Verdacht, dass durch die Schneealgen neue Wege in der Medizin gefunden werden können. Nach Ansicht der Wissenschaftker bergen gerade diese Algen ein hohes Potenzial in sich.

Die gesammelten Algen werden in Deutschland, genauer gesagt in der brandenburgischen Stadt Potsdam am Frauenhafen IBMT gelagert. Mittlerweile sind hier schon mehr als 400 Algen- Stämme eingelagert. Bei der Erforschung dieser Schneealgen befindet sich die Wissenschaft aber noch in den Kinderschuhen, vieles an ihnen ist noch vollkommen ungeklärt. Am meisten interessiert die Forscher, wie diese Algen leben und wie sie überhaupt bei den geringen Temperaturen überleben können.

Schneealgen brauchen viel Niederschlag zum Wachsen

Eines haben die deutschen Forscher jedoch schon herausgefunden: Die Nährstoffgehalte und auch PH- Werte des Schmelzwassers scheinen im direkten Zusammenhang mit der Blüte der Algen zu stehen. Eines gibt den Wissenschaftlern jetzt schon zu denken: Auffällig sind besonders die sauren PH- Werte auf den Schneealgenfeldern von Spitzbergen.

So scheinen Algen Gesteine zu bevorzugen, die mit sauen PH- Werten reagieren. Der Nährstoffgehalt scheint in diesem Fall aber keine Hauptrolle zu spielen, wie die deutschen Forscher in ihrem Bericht betonen. In erster Linie sind die roten Schneefelder an der Westküste der Insel zu finden. Damit die Schneealgen blühen können, benötigen sie aber sehr viel Niederschlag.

Wachstum der Algen beobachten

Entscheidend ist für die Schneealgen auch eine sehr niedrige Temperatur. Werden sie Temperaturen von mehr als 10 Grad ausgesetzt, sterben sie. Haben sie den Weg in das Labor in Potsdams überstanden, entfernen die deutschen Forscher erst einmal Pilze und Bakterien. Im Anschluss werden die Wachstumsansprüche detailliert untersucht.

Die einzelnen Algen- Stämme werden im Anschluss von den Wissenschaftlern isoliert und wachsen unter ihrer professionellen Beobachtung weiter. Später werden sie hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe charakterisiert. Auf diese Weisen hoffen die Wissenschaftler endlich herauszufinden, wie die Schneealgen der Medizin von Nutzen sein könnten. Die Algen können ohne weiteres sehr geringe Temperaturen aushalten und auch Einfrierungsprozesse können den Algen nichts anhaben.

Noch ein weiter Weg bis zum Ziel

Andere Zellen wären hier in der Zwischenzeit längst gestorben, aber diese Schneealgen besitzen scheinbar eine ganz besondere Biochemie, die sie überleben lässt. Aus diesem Grund hegen die Forscher die Hoffnung, dass aus ihnen Heilmittel mit antibiotischer Wirkung hergestellt werden könnten. Unter Umständen könnten aus ihnen auch Mittel hergestellt werden, die bei der Bekämpfung von verschiedenen Krebs- Erkrankungen hilfreich sein könnten.

Gerade Lebewesen, die unter extremen Bedingungen leben können, könnten die benötigten Substanzen liefern, erklären die Forscher in ihrem Bericht. Ein neues leistungsstarkes Antibiotikum wäre ein großer Erfolg für die Forscher. Doch bis dahin schein vor den Forschern noch ein weiter und beschwerlicher Weg zu liegen.

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