Schlafstörung RBD Vorzeichen für Parkinson und Demenz


Wer an der seltenen Krankheit REM- Schlafverhaltensstörung leidet, kann gefährlich werden, ohne dies wirklich zu wollen: Denn Menschen mit dieser Krankheit treten und schlagen um sich und würgen auch hin und wieder ihren Partner, allerdings alles nur im Traum.

REM steht für „Rapid Eye Movement“ und bezeichnet eine bestimmt Phase des menschlichen Schlafes. Typisch für diese Schlafphase sind unter anderem schnelle Augenbewegungen. Ist diese Phase gestört, spricht man von der REM- Schlafverhaltensstörung. In Einzelfällen ist es auch dazu gekommen, dass Menschen ihre Partner im Traum töten, so wie der Brite Brian Thomas, er hatte seine Frau im Traum zu Tode gewürgt, weil er sie für einen Einbrecher hielt.

Männer träumen aggressiver

Doch deutlich öfter kommt es vor, dass Partner mit einem blauen Auge aufwachen oder gewürgt werden. Die Erkrankten leben demnach ihre Träume wortwörtlich aus. Sie bewegen sich, schlagen und treten um sich und reden auch laut. Verhaltensstörungen beim Schlafen werden als Parasomnien bezeichnet. Diese Parasomnien kommen aktuellen Schätzungen zufolge bei 0,4 Prozent der Bevölkerung vor.

Mit steigenden Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass Menschen an dieser Schlafstörung leiden. Bei den 70 bis 89 Jahre alten Menschen, leiden sechs Prozent an dieser Schlafstörung. Besonders häufig sind Männer betroffen, allerdings kommt die Störung auch bei Frauen vor, allerdings leben Frauen ihre Träume weniger aggressiv aus als Männer.

Hohe Wahrscheinlichkeit an Demenz oder Parkinson zu erkranken

Die Schlafstörung kann nach 90 Minuten nach dem Einschlafen bis zum Aufwachen auftreten. Die Häufigkeit schwankt zwischen mehrmals pro Nacht bis einmal binnen weniger Wochen. Inzwischen gibt es auch Hinweise darauf, dass Menschen mit dieser Schlafstörung auch im Alter Parkinson oder Demenz entwickeln können.

Wissenschaftler in Spanien beobachteten seit 1991 44 Patienten mit dieser Schlafstörung. Im Jahr 2013 wurde die Studie beendet, bis zum Jahr 2005 erkrankten 70 Prozent der Patienten an Demenz oder Parkinson. Nach Beendigung der Studie waren 36 Patienten von Parkinson oder Demenz betroffen. In der Zwischenzeit wird die Schlafstörung als Krankheitsvorzeichen gesehen.

Ursache liegt im Hirnstamm

Bei 80 Prozent der Betroffenen stellen sich innerhalb von zehn bis zwanzig Jahren nach Auftreten der Schlafstörung die typischen Parkinson- Symptome, wie eine verlangsamte Bewegung, ein. Fünf Jahre vor Ausbruch der Demenz, kann bei vielen Patienten ein Verlust des Riechvermögens und das Farbsehens festgestellt werden.

Die Ursache für diese Veränderungen liegt wohl im Hirnstamm, wo lebenswichtige Prozesse, wie Atmung, Herzschlag, Schlaf- und Wachphasen gesteuert werden. Allerdings sollte die Schlafstörung auf keinen Fall mit Schlafwandeln verwechselt werden. Schlafwandler sind meistens im Tiefschlaf unterwegs und sind auch auf keinen Fall aggressiv.

Diagnose nur im Schlaflabor möglich

Zudem können sie sich nach dem Aufwachen an nichts mehr erinnern. Außerdem sind Bewegungen und erzählen im Tiefschlaf nichts Ungewöhnliches. Nur wenn sie im Traum auftreten deuten sie auf eine Schädigung hin. Eine eindeutige Diagnose der Schlafstörung ist hingegen nur im Schlaflabor möglich.

Dort wird die Muskelaktivität aufgezeichnet und Experten können darüber das ungewöhnliche Verhalten den Schlaf- und Traumphasen zuordnen. Bis heute lässt sich die Krankheit nicht aufhalten oder gar heilen. Allerdings können durch Medikamente die Bewegungen im Schlaf unterdrückt werden und die Partner können sicherer schlafen.

Es besteht Grund zur Hoffnung

Im Laufe der Jahre führt die Schlafstörung zur Verringerung des Dopaminspiegels und damit schließlich zum Ausbruch der Parkinson- Symptome. Der Botenstoff ist für die Weiterleitung der Befehle des Nervensystems an die Bewegungszentren im Gehirn und damit indirekt für die Muskulatur zuständig.

Dennoch gibt es Hoffnung: Könnten Wissenschaftler herausfinden, wie sich der Verlauf der Schlafstörung in der frühen Phase stoppen lässt, könnten der Ausbruch der Krankheit Parkinson verhindert werden.

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