Winterdepressionen mit Licht-Therapie behandeln


Für Menschen mit Winterdepressionen können die langen Sommertage gar nicht früh genug kommen. Aber Betroffene müssen nicht so lange auf Besserung warten. Mit einer täglichen Dosis von künstlichem Licht können positive Effekte erzielt werden.

Menschen mit einer saisonal-affektiven Störung berichten häufig von Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Heißhungerattacken zwischen November und März. Besonders Frauen leiden an diesen Symptomen, die sich in der Regel jährlich wiederholen. Forscher gehen davon aus, dass weniger Tageslicht zu einer Unterproduktion von Melatonin führt. Dadurch wird der Tag-Nacht Rhythmus gestört, was letztlich zu der Erkrankung führen kann.

Doch eine tägliche Bestrahlung mit Kunstlicht für etwa 15 bis 30 Minuten kann bei Patienten zu einer erheblichen Verbesserung des Wohlbefindens führen. Auch der amerikanische Psychiater William J. Weggel von der Mayo Klinik in Rochester (Minnesota) erkennt die Licht-Therapie zur Behandlung von Menschen mit schweren Depressionen an, manchmal auch in Kombination mit Medikamenten.

Es sei jedoch schwer zu ermitteln, warum Kunstlicht die Stimmung mancher Menschen verbessert, sagte Weggel gegenüber der LA Times und erklärt weiter: „Man weiß nicht ob es die Neurotransmission von Serotonin oder Melatonin verbessert oder den ganzen Wach-Schlaf-Zyklus verschiebt.“ Das alles sei noch nicht allzu gut erforscht und noch sehr empirisch.

In der Fachliteratur wird der Einsatz von Licht-Therapie innerhalb von zwei Stunden nach dem Aufwachen empfohlen, weil ihre Anwendung zu einem späteren Zeitpunkt des Tages zu Schlafstörungen führen kann. Es sind bereits viele Produkte erhältlich, mit denen eine solche Therapie durchgeführt werden kann.

Die Lampen zur Behandlung von saisonal-affektiven Störungen erreichen in der Regel zwischen 3000 und 10000 Lux und filtern das UV-Licht heraus. Weggel empfiehlt, sich für ein Produkt mit einem 10000 Lux Spektrum an weißem Licht zu entscheiden. Der Großteil der Forschungen erfolgte bisher mit Leuchtstoffröhren, daher könne er noch keine Vergleiche zu den neuen LED Produkten anstellen. „Wir wissen dass weißes Licht sicher ist und die Nebenwirkungen minimal sind.“ Nebenwirkungen seien laut Weggel gelegentlich eine Überanstrengung der Augen oder auch Kopfschmerzen.

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