Künstliche Befruchtung: Britische Forscher entwickeln neune Methode


Britische Forscher haben eine neue Variante zur künstlichen Befruchtung entwickelt. Sie soll die Chance einer erfolgreichen Schwangerschaft deutlich erhöhen und die Fehlgeburtenquote senken. Außerdem soll sie auch noch günstiger sein. Doch bis jetzt fehlt eine große Vergleichsstudie mit dem bisherigen Modell. Zudem ist es unwahrscheinlich dass die neue Methode in Deutschland eingeführt wird.

Paare bei denen es mit den Kinder kriegen nicht so Recht klappt, können auf die künstliche Befruchtung zurückgreifen. Allerdings sind die Erfolgsaussichten nicht gerade überwältigend. Doch nun haben Wissenschaftler aus Großbritannien eine Methode entwickelt und sprechen von einer Revolution.

Die Wissenschaftler waren mit den ersten Tests sehr zufrieden, wie es in einer aktuellen Mitteilung heißt. Das erste Kind, dass nach dem „Next Generation Sequencing“ geboren wurde, ist bereits mehrere Wochen alt. Dafür hatten die Forscher das komplette Erbgut des Embryos mit einbezogen.

Experten skeptisch

Allerdings ist das neue Verfahren erst bei zwei Paaren getestet worden, was weitere Experten sehr skeptisch macht. Unter Umständen könnte die neue Methode, die Embryo- Auswahl bei der künstlichen Befruchtung revolutionieren.

Doch worin unterscheiden sich die beiden Verfahren? Im bisherigen Verfahren der Präimplantationsdiagnostik (PID) konnten maximal fünf Chromosomen auf mögliche Fehler untersucht werden. Bei dem neuen Verfahren kann hingegen das komplette Genom untersucht werden, wie eine Sprecherin der Universität Oxford erklärte.

Erfolgsaussichten bei 30 Prozent

Mit dem neuen Verfahren sind noch nie dagewesene Einblicke in die Biologie des Embryos möglich, wie es weiter hieß. Mit der kompletten Untersuchung des Erbguts wollen die Wissenschaftler in erster Linie der Vererbung von Gen- Defekten und Auffälligkeiten weiter auf die Spur kommen. Die Neue Methode habe zudem das Potenzial den Erfolg bei künstlichen Befruchtungen zu erhöhen und das Risiko von Fehlgeburten zu senken.

Bei einer künstlichen Befruchtung werden die Eizellen mit Spermien zusammen gebracht, allerdings außerhalb des menschlichen Körpers. Die Eizelle wird im Anschluss wieder eingepflanzt. Die Erfolgsaussichten lagen bis heute bei etwa 30 Prozent.

Genom kann in 16 Stunden ausgelesen werden

Gründe für die schlechten Erfolgsaussichten sind allerdings nicht bekannt, vermutet werden jedoch versteckte Gen- Defekte. Für Paare stellt das Bangen bei der künstlichen Befruchtung eine hohe psychische Belastung da.

Das britische Team ist sich nach eigener Aussage ziemlich sicher, dass sie die Schwächen der derzeitigen Methode weitestgehend beseitigen können. Das komplette Genom kann den Angaben zufolge binnen von 16 Stunden ausgelesen werden. Somit lässt sich das Einfrieren der Embryos beim Warten auf die Test- Ergebnisse vermeiden.

Einführung in Deutschland unwahrscheinlich

Die beiden Frauen waren 35 und 39 Jahre alt. Eine von ihnen hatte schon mehrere Fehlgeburten hinter sich. Bei dem einen Paar wurden drei und bei dem anderem Paar zwei Embryonen ohne Gen- Defekt identifiziert. Bei beiden Frauen sei die Schwangerschaft erfolgreich gewesen, nachdem ein gesunder Embryo wieder eingepflanzt wurde. Das senkte auch das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften. Die zweite Frau ist allerdings noch schwanger.

Das neue Verfahren, dass auch noch günstiger sein soll als die bisherige Variante soll nun in großen klinischen Studien überprüft werden. Erst in einer Vergleichsstudie kann der wirkliche Vorteil erbracht werden. Ob das neue Verfahren in Deutschland eingeführt wird, ist eher unwahrscheinlich. Die bisherige Variante ist erst seit diesem Jahr nach politischen und ethischen Streit möglich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.