Ebola: neue Impfung gibt Hoffnung


Nach monatelangem Warten und Bangen bringt ein neuer Impfstoff Hoffnung im Kampf gegen Ebola. Die Impfung stellte sich in einer Studie als äußerst wirksam heraus und soll nun großflächig in den betroffenen Ländern angewandt werden.

Im März 2014 brach Ebola im westafrikanischem Guinea aus. Das Virus verbreitete sich rasend schnell und griff auch auf die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone über. Bislang wurden in allen drei Ländern nach Informationen der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ 27 642 Menschen infiziert, 11 261 sind gestorben. Bisher ist es der schwerste bekannte Ausbruch der meist tödlich verlaufenden Krankheit.

Neue Impfung ist höchst effektiv

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab am 31. Juli in einer Presseaussendung die vielversprechenden Ergebnisse einer in Guinea durchgeführten Impfstudie bekannt.

Demnach ist der getestete Impfstoff VSV-ZEBOV ein hoch-effektiver Schutz gegen Ebola. Bisher zeigt die Impfung eine 100 prozentige Wirkung. Die Studie wurde mit der sogenannten Ring- Methode durchgeführt. „Die Voraussetzung ist dabei, dass durch das Impfen von allen Personen, die mit einem infizierten Menschen in Kontakt kamen, ein schützender Ring entsteht und das Virus an der Ausbreitung hindert“, erklärt John-Arne Røttingen, Direktor der Abteilung zur Kontrolle von Infektionskrankheiten des norwegischen Gesundheitsministeriums und Leiter der Studie in Guinea.

Insgesamt wurden 7 651 Menschen geimpft

Am 23. März 2015 begannen die Experten Menschen zu impfen, die Kontakt zu einem an Ebola Erkrankten hatten. Die Teilnehmer wurden zufällig ausgewählt und haben freiwillig an der Studie teilgenommen. Sie waren alle über 18 Jahre alt. Schwangere und Frauen, die stillten, sowie Kinder unter 18 Jahren waren von der Studie ausgeschlossen. Insgesamt nahmen bis zum 20 Juli 7 651 Menschen an der Studie teil.

Aufgrund der guten Zwischenergebnisse beschlossen die Studienleiter ab 26 Juli jeden zur Impfung zuzulassen, der dem großen Risiko einer Ansteckung ausgesetzt ist.

Nun sollen auch Kinder geimpft werden

Es hat sich gezeigt, dass der Impfstoff bis jetzt zu 100 Prozent effektiv wirkt. Ob er auch zur Immunisierung eines ganzen Landes geeignet ist, muss erst noch herausgefunden werden. Deshalb wird die Studie in anderer Form fortgesetzt. Nun werden auch Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren geimpft sowie Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Das wurde aufgrund der guten Ergebnisse bezüglich der Sicherheit der Impfung beschlossen.

Endlich Schutz für Ärzte und freiwillige Helfer

Zusätzlich dazu läuft parallel eine zweite Studie, die die Wirksamkeit der Impfung bei Menschen untersucht, die an vorderster Front gegen Ebola kämpfen. „Diese Leute haben unermüdlich gearbeitet und jeden Tag ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um die Erkrankten zu behandeln. Ist die Impfung effektiv, beschützen wir sie schon jetzt vor dem Virus“, sagt Bertrand Draguez, medizinischer Direktor von Ärzte ohne Grenzen.

Nur möglich durch internationale Zusammenarbeit

Finanziert wurde die Studie unter anderem von der WHO, Ärzte ohne Grenzen, dem norwegischem Außenministerium, dem kanadischen Gesundheitsministerium und dem Wellcome Trust. Sie wurde im britischen Magazin The Lancet veröffentlicht. „Wir wissen jetzt, dass die Dringlichkeit Leben zu retten, die Forschung und Entwicklung [von Impfstoffen] beschleunigt. Wir werden diese positive Erfahrung nützen, um ein globales Netzwerk dafür aufzubauen, damit die Welt schnell und effektiv reagieren kann, sollte es nochmals zu solch einem großen Ausbruch einer Krankheit kommen“, erklärt Marie-Paule Kieny, die die Ebola Forschung der WHO leitet.

Die Studienautoren folgern aus den Ergebnissen, dass VSV-ZEBOV höchstwahrscheinlich sehr wirksam und sicher ist, um Ebola Erkrankungen vorzubeugen. Sie vermuten, dass er genauso effektiv in der Anwendung zur Immunisierung der gesamten Bevölkerung sein wird, wenn er während einem Ebola Ausbruch mithilfe der Ring-Methode geimpft wird.

Die bisherigen Ergebnisse der Studie bringen dringend gebrauchte Hoffnung für die von Ebola betroffenen Menschen in Westafrika. Sollte sich die Impfung weiterhin bewähren, ist sie ein großer Schritt in Richtung Sieg im Kampf gegen die Viruserkrankung.

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