Weihrauch und Myrrhe als Heilmittel


In der Welt der Antike waren Weihrauch und Myrrhe kostbare Substanzen. Nicht zufällig wurde Weihrauch in verschiedenen Religionen als Opfergabe verbrannt. Bis heute spielt Weihrauch in der christlichen Liturgie eine Rolle. In der biblischen Weihnachtsgeschichte bringen die Heiligen Drei Könige dem neu geborenen Herrn Geschenke in Form von Weihrauch und Myrrhe. Der besondere Wert dieser Stoffe resultierte auch aus ihrer Wirksamkeit als Medizin.

Weihrauch und Myrrhe schon in der Antike als Heilmittel eingesetzt

Schon im antiken Ägypten wurden Weihrauch und Myrrhe als Heilmittel eingesetzt. Weihrauch ist das luftgetrocknete Gummiharz des Weihrauchbaumes. Durch Anschneiden von Stamm und Ästen wird eine klebrig-milchige Flüssigkeit gewonnen, aus der durch Trocknung an der Luft das Weihrauchharz entsteht. Zwischen Ende März und Anfang April beginnt die Weihrauchproduktion, die über mehrere Monate andauert. Der erste Erntevorgang ergibt nur ein sehr minderwertiges Harz, welches früher weggeworfen wurde, heute allerdings vermarktet wird. Erst drei Wochen später wird eine annehmbare Qualität geerntet, die mit den weiteren Wochen immer besser und reiner wird. Die Harzausbeute pro Baum hängt von Alter, Größe und Zustand des Baumes ab und liegt zwischen 3 und 10 kg. Die Weihrauchbäume sind in ihrem Bestand stark bedroht. Weihrauch besteht aus einem Gemisch aus ätherischen Ölen, Harzen, Schleim und Proteinen, deren Mengen artabhängig schwanken. Der Anteil an reinem Harz beträgt etwa 50 bis 70 %.

Die Ägypter nutzten Weihrauch für den guten Geruch der Luft, für Salben und zur Wundbehandlung. Auch das römische Imperium war ein großer Abnehmer von Weihrauch. Hippokrates und andere griechisch-römische Ärzte setzten Weihrauch zur Wundreinigung, gegen Krankheiten der Atemwege und bei Verdauungsproblemen ein. Über die Wirkungsmechanismen war nichts bekannt, aber die praktischen Erfolge waren wohl zahlreich genug, dass das teure Mittel auch noch im Mittelalter als Medizin eingesetzt wurde, so auch von Hildegard von Bingen.

Erst die Entwicklung chemisch-synthetischer Arzneistoffe, vor allem in den Klassen der Antibiotika und Kortikoide, ließ Weihrauch als Arzneimittel in Vergessenheit geraten. Im Zusammenhang mit der Rückbesinnung auf Naturheilmittel sowie durch Förderung der Naturheilmittelforschung konnte die medizinische Forschung intensiviert werden.

Wirksamkeit durch moderne Studien belegt

Myrrhe ist ebenfalls ein getrocknetes Baumharz, aus der Familie der Balsambaumgewächse. Sie wird hauptsächlich flüssig als Myrrhentinktur verwendet.

Die medizinische Wirksamkeit von Weihrauch und Myrrhe ist heute durch mehrere Studien belegt. Weihrauch ist wirksam bei chronischen Entzündungserkrankungen, aber auch psychisch wirksam gegen Ängste und Depressionen.

Myrrhe wirkt desinfizierend und entzündungshemmend. Hauptanwendungsgebiet ist die Behandlung von Entzündungen oder Verletzungen am Zahnfleisch oder im Mundraum. Beim Auftragen brennt die Tinktur zwar, und schmeckt leider widerwärtig. Der Heilungseffekt ist aber sehr gut.

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