Vorwürfe gegen ALS-Forschung: Sinnlose Tierversuche


 

Zugunsten der ALS-Stiftung haben sich schon tausende Prominente und Privatpersonen einen Kübel mit Eiswasser über den Kopf leeren lassen und diese Videos im Internet veröffentlicht. Ob Bill Gates, Mark Zuckerberg oder Lady Gaga, aber auch deutsche Promis wie Schauspieler Matthias Schwaighöfer oder Fussballer Marco Reus, die Ice-Bucket Challenge wurde zum Hype in sozialen Netzwerken an dem kaum jemand vorbeikommt. Jetzt wurde erstmals Kritik an der Aktion laut, weil mit ihren Einnahmen auch Tierversuche gefördert werden.

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine progressive neuromuskuläre Erkrankung, deren Ursachen trotz intensiver Forschung noch nicht geklärt werden konnten. Therapeutisch kann diese Erkrankung bisher nur verzögert, aber nicht geheilt werden.

Um die Erforschung dieser Krankheit voranzutreiben und diese mit zu finanzieren wurde vor einigen Wochen die „Ice-Bucket-Challenge“ ins Leben gerufen. Stand bisher immer der gute Zweck dieser Idee im Vordergrund, wurde nun erstmals auch Kritik laut. Denn es wurde bekannt, dass mit den Einnahmen dieser Aktion auch Tierversuche finanziert werden.

Kritik an ALS-Forschung wegen Tierversuchen

Die bundesweite Vereinigung „Ärzte gegen Tierversuche“ ruft nun dazu auf, die Aktion nicht zu unterstützen und nicht für die ALS-Foundation zu spenden.

Die Tierärztin und Vorstandsmitglied des Vereins, Christina Gericke sagte dazu, „Die ALS-Gesellschaft macht keinen Hehl daraus, bei ihren Forschungen auf ´Tiermodelle´ zu setzen, wie es im lebensverachtenden Jargon der Tierexperimentatoren heißt.“

Nach ihren Angaben würden hauptsächlich genmanipulierte Ratten und Mäuse eingesetzt, die durch das Ausschalten eines bestimmten Gens ähnliche Symptome aufweisen würden wie ALS-Patienten.

Tierversuche zur Forschung bei ALS „unverhältnismäßig und sinnlos“

Nach Meinung des Vereins sei ALS aber eine rein menschliche Krankheit, die bei Tieren nicht nachgeahmt werden könne und diese Versuche seien deshalb „völlig unverhältnismäßig und sinnlos für Patienten.“

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche sieht sich in ihrer ablehnenden Haltung auch durch die amerikanische Arzneimittelbehörde bestätigt, der zufolge nach Angaben des Vereins „92 Prozent der potentiellen Medikamente, die sich in Tierversuchen als wirksam und sicher erwiesen haben, durch die klinische Prüfung fallen, weil sie gar nicht oder anders wirken oder aber schädlich für den Menschen sind“.

ALS-Gesellschaft verteidigt Tierversuche zugunsten von ALS-Patienten

Die deutsche ALS-Stiftung nahm auf ihrer Website bereits Stellung zu den Vorwürfen und entgegnete, dass in der Forschung nach den Ursachen der ALS Tierversuche eingesetzt würden, „die sich an Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG orientieren und ethische Aspekte einschließen“.

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