Gehirntumor konnte mit neuestem Laser entfernt werden


In England wurde einem Patienten nun zum ersten Mal mit einer revolutionären Technik ein Gehirntumor entfernt. Zum Einsatz kamen ein Laser und das sogenannte iKnife.

Im Moment ist eine der größten Herausforderung bei der Entfernung von Gehirntumoren die Unterscheidung von krankem und gesundem Gewebe. Unter dem Operationsmikroskop ist das oft nicht eindeutig zu erkennen. Deshalb werden während der Operation mehrere Gewebeproben entnommen, im Labor analysiert und die Ärzte müssen dann auf das Ergebnis vertrauen.

Gehirntumor oft schwer zu erkennen

Dabei kommt es häufig zum versehentlichen Entfernen von gesundem Gewebe. Im Gehirn kann das ernsthafte Auswirkungen haben. Die Nebenwirkungen davon können zum Verlust der Sprachfähigkeit führen oder der Patient kann danach Teile seines Körper nicht mehr bewegen. Das Herausschneiden eines Gehirntumors ist damit eine sehr schwierige Operation.

Für die Operation des 22- jährigen Studenten Reuben Hill verwendeten die Chirurgen erstmals eine spezielle Lasersonde. Diese Sonde erkennt die feinen, schwer zu erkennenden Unterschiede zwischen Tumor und gesundem Gewebe. Und das blitzschnell. Damit konnten die Chirurgen Babar Vaqas und Kevin O’Neill der Charing Cross Klinik in London den Verlauf des Gehirntumors genau nach verfolgen.

iKnife nutzt Rauch des elektronischen Skalpells

Mit dem iKnife wurde das Tumorgewebe dann entfernt. Das iKnife bestätigt dabei, dass es sich wirklich um krankes Gewebe handelt. Dafür saugt es den Rauch ein der entsteht, wenn der Gehirntumor durch das elektrische Skalpell verbrannt wird. Der Rauch enthält viele biologische Informationen, die das Gerät anschließend analysiert. Damit können die Chirurgen sicher sein, kein gesundes Gewebe zu entfernen und die Nebenwirkungen werden weniger.

Krankes und gesundes Gewebe hat verschiedene Signaturen. Der Unterschied kann etwa in der Anzahl von Proteinen oder Lipiden erkennbar sein, erklärt Martina Schnölzer von Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Weniger Nebenwirkungen

Hill war einer der ersten Patienten in England, die diese Behandlung erhielten, die derzeit noch Teil einer klinischen Studie ist. Als Physikstudent habe er die Technologie der Lasersonde verstanden und sofort die Chance ergriffen, denn die Diagnose Gehirntumor war für ihn „ein großer Schock“, wie er laut einer Mitteilung des Krankenhauses erzählt.

„Die Möglichkeit diese beiden innovativen Technologien während heikler Gehirnoperationen zu verwenden, verbessert die Genauigkeit der Tumorentfernung erheblich. Das bedeutet, dass Patienten viel weniger an Nebenwirkungen leiden, die durch das Entfernen von gesundem Gewebe entstehen.“, erklärt Babar Vaqas.

Reuben Hill erholt sich laut Informationen der Ärzte gut von der Operation. Laut einem Bericht der BBC, die die Operation gefilmt hat, wurde diese Methode zuvor nur in Montreal in Kanada angewandt.

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